Preußisches Bleisatz-Magazin

Geh'n wir Tauben vergiften im Park! 9

Vom Kommenden

Ich weiß nicht, warum mir dieses Lied einfiel... vielleicht wegen der evetuell auch noch bevorstehenden Chemo? Grins... völlig schnurz. Gerade bekam ich einen Anruf von der MNR-Klinik, Düsseldorf. Der Doc, bei dem ich morgen den Termin hatte, war gerade aus der Fachkonferenz herausgekommen, noch gar nicht in seinem Sekretariat gewesen und wußte deshalb auch nichts von seinem Termin mit mir. Er wollte mich so schnell wie möglich informieren: Eine Operation ist möglich und sie wollen sie auch machen! Der Chirurg ist schon ausgeguckt und wird kurzfristig Kontakt mir mit aufnehmen — per Email (irre, nicht?). Vor der OP muß ich dort noch ein ... Weiterlesen

Horst Köhler: Auf ihn mit Gebrüll 1

Messer raus

Seit einigen Tagen gibt es — einmal wieder — einen Aufstand der Anständigen in unserem Land. Neu daran ist: Diesmal geht es nicht um die üblichen Verdächtigen, also bekennende nationalgesinnte Rechte, Neonazis oder schlicht um Leute, die zur falschen Zeit am falschen Ort etwas gesagt haben sollen (sic!), was sich hervorragend für einen Einsatz der Nazi-Keule eignet wie bei Eva Herrmann, der Ex-Tagesschausprecherin, der Verharmlosungen des Nationalsozialismus angedichtet wurde. Zwar erstritt sie sich ihr Recht, aber 'mal ehrlich: Wer weiß das? Und selbst wenn... im Gedächtnis geblieben ist dann doch eher die peinliche symbolische Hexernverbrennung bei Kerner, zu der in ... Weiterlesen

Ich — Es — Über-Ich: Kleine Plauderei 1

Stimmungsbilder

Auf meinen Schultern sitzen permanent links ein kleines Teufelchen namens Es und rechts ein Engelchen, das auf den Namen Über-Ich hört. Und Ich hocke genau dazwischen in der Mitte. Heftig, sag' ich Ihnen. Wir Drei kommunizieren interaktiv. So, wie das Web 2.0, naja, jedenfalls so ungefähr. Mein Über-Ich habe ich in den letzten... sagen wir: 40 Jahren gründlich ausgemistet und renoviert. Meine ich zumindest. Aber vielleicht ist das ja auch nur eine Illusion. Man nennt das dann «an sich arbeiten» und denkt, man könne auf diese Weise, mit oder ohne Hilfe eines Therapeuten, gewisse Mängel in seiner Persönlichkeitsstruktur ausgleichen. Vielleicht aber ... Weiterlesen

Leben | Sterben — Vom Kommenden 3

Vom Kommenden

Ich bringe jetzt einmal ein bißchen Ordnung in mein zuletzt leider etwas chaotisches Denken, Schreiben und Handeln. Denn mein Leben geht ja weiter, ob nun mit oder ohne Krebs in der Leber. Wie lange, wissen die Geier (höhö, schönes Bild), aber soviel ist sicher: Solange ich lebe, bin ich nicht von den alltäglichen Pflichten und Bedürfnissen, Zwangsläufigkeiten und Wünschen befreit bzw. abgeschnitten, die so ein Leben halt mich sich bringen. Ich meine den Freiraum des Schreibens über meine Krebserkrankung zu brauchen. Und ich weiß, daß es einigen der Leute, die mich kennen, (gewaltig) gegen den Strich geht. Warum, verstehe ich nicht. ... Weiterlesen

Scheiß doch auf große schwarze Vögel 2

Vom Kommenden

Verdammte Flugratten. Wenn ich dann 'mal in die Kiste komme, dann könnt' Ihr mir Ludwig Hirschs «Komm, großer schwarzer Vogel» spielen und ein Tränchen verdrücken. Aber bis dahin ist noch Zeit. Ich bin Georg, ein cooler Typ oder, wie Frau Doktor meinte «Schön, wie gefaßt und ruhig Sie das Problem angehen.» Joh, Frau Doktor. So werde ich's jetzt auch durchziehen. Was bringt mir das Gejammer. Jetzt lebe ich, morgen wird's auch noch reichen. Und dann schau'n wir mal. Ich laß es jetzt hier erst 'mal krachen, daß das Gewerbegebiet wackelt und alle denken «Horch 'mal, jetzt dreht er wieder durch...» Noch 'nen Hub ... Weiterlesen

Komm, großer schwarzer Vogel 3

Vom Kommenden

Bilder aus der Kindheit 2

Krupp 17

Die Rubrik Krupp 17 bildet eine Sammlung von Textfragmenten, die ursprünglich einmal zu einem Familienroman werden sollen. Dies zur Erläuterung. Ein solcher besteht zwangsläufig aus Erinnerungen. Das erste Photo zeigt meine Großeltern. Die Aufnahme wurde zwischen 1953 und 1955 gemacht,   meinem Geburtsjahr. Denn sie stehen dort vor dem Haus mit ihrer Mietwohnung im zweiten Stock in Düsseldorf-Derendorf, die ihnen zugewiesen worden war. In Oberbilk, wo sie ursprünglich herkamen, war ein traditionelles Arbeiterviertel und somit Primärziel der Alliierten. Derendorf liegt weiter im Norden, hier lebten eher Beamte. Mein Großvater wurde 1896 geboren. Im Jahre 1914 war er also gerade einmal 18 Jahre jung ... Weiterlesen

Pfingsten: «Was ist bloß los mit Dir??» 7

Vom Kommenden

Ehm... eigentlich gar nichts besonderes. Wirklich nicht. Ich habe nach fast drei Jahren Arbeiten an sieben Tagen in der Woche ein paar Tage Urlaub auf «Balkonien» gemacht, wie man hier im Rheinland sagt. In meinem Fall heißt das: Ich habe morgens auf meiner Terasse vor dem Betrieb ausgiebig gefrühstückt und dann stundenlang in der Sonne sitzend gelesen. Nein, keine Fachliteratur, nicht einmal wirkliche Literatur, sondern einen Schmöker. Ein Schmöker ist ein Buch, das sich in einem Rutsch herunterlesen läßt. So etwas wie Ken Follets «Die Säulen der Erde» halt. So etwas, was man sich in den Urlaub mitnimmt. Und als ... Weiterlesen

Pfingstsamstag: Wochenendeinkauf 0

Kochen

Der Freitag gestern muß einen Fehler in der Matrix gehabt haben: Bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte, was ich für's lange Pfingstwochenende einkaufen sollte, war der Tag schon vorbei. Die Spedition holte zwei Paletten ab, Sebastian, meine Aushilfe, verarbeitete unten in der Halle sechs Bleisatz-Schränke, die zuvor um die 30 Jahre lang in einem «trockenen und gut belüfteten» Gewächshaus gestanden hatten und «bestens erhalten» waren. Joh, stimmt schon. Das bißchen Laub und Pflanzensamen in den Setzkästen machte nicht viel aus. Aber die vielen Wechsel von hoher Luftfeuchtigkeit nach einem Sommerregen und der trockenen Kälte im Winter hatten den «Bleifraß» gefördert. ... Weiterlesen

Volvic Sommer Edition Cocos-Limette 0

Stimmungsbilder

Ich bin seit vielen Jahren bekennender Volvic-Trinker. Ja, ich weiß, daß es billigere Wässer gibt. Und mir ist auch klar, daß Volvic kein deutsches Produkt ist. Und aus welchem Grunde sollte ich ein französisches Produkt trinken, wenn es auch bei uns in Deutschland Stille Wässer gibt? Aber das interessiert mich alles nicht. Wir deutsch-national Denkenden (schnarr-schnarr, Hacken zusammenschlagen, jawoll, Herr Major) haben längst unseren Frieden mit dem Franzosen an sich gemacht. Unsere Völker haben einander als Erbfeinde  jahrhundertelang gegenseitig die Köpfe eingeschlagen. In der zehnmonatigen Schlacht um Verdun vom Februar 1916 beklagten beide Seiten nach späteren seriösen Schätzungen rund 1 ... Weiterlesen

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