Spielst Du Pool-Billard? Du weißt schon... Loch-Billard. Halbe, Volle, eine Schwarze. Mit dem Einlochen der ersten Halben oder Vollen nach dem Anstoß — das Recht dazu wird zuvor unter den beiden Spielern ausgelost — wird festgelegt, welcher Spieler nun welche eben dieser zugewiesen wird. Mit dem Queue versenken die Spieler nun Kugel um Kugel in eines der insgesamt sechs Löcher (vier an den Ecken und je eines in der Mitte der Längsseiten des Tisches). Jeder spielt, solange er eine seiner Kugeln versenken kann. Nach einem Fehlstoß geht das Spiel an den Gegenspieler über. Die letzte, die zusätzliche Schwarze Kugel, muß mit ... Weiterlesen
Nach meinem Tod 0
Das Sterben bedeutet für mich das Passieren eines Tores in die andere Welt. Vor Jahren habe ich sehr lange mit einem befreundeten Mönch über die Frage diskutiert, welches denn nun das „richtige“ Leben sei. Das diesseitige oder das jenseitige. Schaue ich mir das Leben im Hier und Jetzt an, dann kommen mir häufig Zweifel. Aber letztendlich liegt es wohl wirklich nicht an mir, dies zu entscheiden. Hier muß ich einfach vertrauen, daß es einen Sinn macht, so, wie es halt ist. Natürlich bewegt mich die Frage, wie ich durch eben dieses Tor hindurch komme. Und ich muß zugeben, daß ich mir ... Weiterlesen
Marion Gräfin Dönhoff: Preußen — Maß und Maßlosigkeit 0
In Ihrem Essay, bewußt zumindest in der Erstausgabe kleinformatig und schlicht gestaltet, zeigt die Gräfin Dönhoff nach einem kurzen Abriß der Geschichte Preußens, das Dilemma auf, in das sich das Preußische Ideal - und genau DAS ist Preußen und nicht ein ausschließlich geographisches Gebiet, bewirtschaftet von einer Nation gleichen Namens - mit Aufbau des Deutschen Reiches und dessen Gründung im Jahre 1871 befand. Das Geschlecht derer von Dönhoff kann man als Verkörperung Preußens verstehen. Die Idee Preußens, dem sich auch der König selbst unterwarf - genau das machte das Preußische Ideal aus. Pflichterfüllung, Anstand zeigen, Verantwortung für seine Mitmenschen, sich einbringen ... Weiterlesen
Manni, rück die Kohle raus 0
„Tach, Herr Mayer. Ich hatt' anjeroofe wejens dem Blei.“ — Ich stehe auf einem Schrottplatz in Flingern, einem der früheren Arbeiter-Viertel im Süden Düsseldorfs. Schrott-Mayer gab es dort schon immer, meine Mutter hatte mir erzählt, daß die Kinder ihrer Straße am Oberbilker Markt schon vor dem Krieg altes Eisen, Lumpen und Zeitungen gesammelt hatten, um das Zeugs dann dort beim Schrott-Mayer für ein paar Groschen einzutauschen. In meiner Kindheit lief das genauso: Wir waren ein Dutzend Straßen-Kinder, viele von uns „Schlüssel-Kinder“ und alle paar Wochen klingelten wir die Nachbarn in den Mietskasernen ringsherum raus und bettelten denen das Altpapier ab. ... Weiterlesen
Liebe, Hoffnung & Garotte 0
Liebt man, so legt man sich freiwillig eine Garotte um den Hals, gibt dem geliebten Menschen deren beide Holzgriffe in Obhut und hofft, daß dieser nie auf die Idee kommt, zuzuziehen. Angeblich soll das auch funktionieren. Paare trennen sich ohne Rosenkrieg und Verletzungen. So etwas soll es geben. Wobei es sich bei Paaren doch wohl mehrheitlich um zwei erwachsene Individuen handelt, deren Beziehung von beiden freiwillig zustande kam, aufrecht erhalten wurde und dann halt auch beendet wird. Wobei das Ende wohl zumeist von einem der beiden herbeigeführt wird. Aber das kennen wir wohl alle. Der, der die Beziehung beendet, hat ... Weiterlesen
Ich mag keine Kinder 0
Ich weiß schon... Sie erwarten jetzt eine Relativierung meiner Aussage in der Überschrift, richtig? Weit gefehlt. Ich setze noch einen drauf: Kinder gehen mir auf die Nerven. Seit drei Jahren führe ich meinen Betrieb jetzt schon hier unten im Tal der Anger im Nordosten Ratingens. (Schon geht's los: Fragen Sie mal einen 14jährigen, wo Nordosten ist. Er wird zurückfragen, ob Sie kein Navi haben.). Das kleine Gewerbegebiet hier hat ein paar Eigenheiten, u.a. gibt es hier nur die Hausnummer 74 — für ungefähr 40 Klein- und Mittelstandsbetriebe. Ich sag' Ihnen... da kommt täglich Freude auf bei der ewigen Fragerei durch die ... Weiterlesen
Hieße der Backenzahn Wangenzahn 0
gäbe es vielleicht nicht so viele Arschgesichter auf der Welt.
Faktor 2,11 0
Ein Volk braucht einen demographischen Faktor von mindestens 2,11 Geburten, um zu überleben. Der unsrige liegt bei 1,3.
Eine nicht untypische deutsche Familie 0
Das Königreich Galizien gehörte in der Zeit des Ersten Weltenbrandes zum österreichischen Kronland. Ab August 1917 war der Großvater, seines Zeichens Leutnant der Infanterie und beteiligt an der großen Schlacht zur Wiedereroberung der Bukowina und Galiziens durch die Mittelmächte, gemeinsam mit seiner später nachgeholten Ehefrau hier stationiert, lebte und wirkte in der Garnison Lemberg. Nach dem Zusammenbruch im November 1918 verblieb die Familie im Ort. Dort, in Lemberg, wurde dann zunächst die Westukrainische Republik ausgerufen. Doch schon im Verlauf der sofort aufflammenden schweren Kämpfe zwischen den Polen und den Ukrainern ging Lemberg an Polen. Die Familie war nur indirekt davon betroffen, bekannte ... Weiterlesen
Der Mensch als Spezies 0
Hätten wir als Spezies auch nur einmal innegehalten, hätten auf die unter uns gehört, die den Geist transportieren und nicht die vermaledeite Tat, wir wären weise geworden. Wären eins geworden mit der Natur, die uns unsere Welt bot, ja, mit der Gesamtheit unseres Selbstverständnisses wären wir eins geworden mit dem Sein. So hätten wir die ultimative Sinnfrage lösen können und wären aufgegangen im großen Ganzen. Nun... es hat nicht sollen sein. Der Konjunktiv wird zum Plusquamperfekt, läßt nur noch Platz für's Jammern und Lamentieren. Das wir aber jenen überlassen, die immerfort die neuen Taten priesen. Sie haben es verdient. Uns bleibt, die ... Weiterlesen






