Am 9. Mai 2010 findet die Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland der BRD statt — und wetten: Immer weniger gehen hin. Wie das wohl kommt? Ja, ja, die Politikverdrossenheit. Und das trotz der intensiven Appelle der Politiker-Mischpoche der BRD. Ist der Begriff «Mischpoche», der übrigens aus dem Rotwelsch stammt und immer abwertend gemeint ist, schon als Volksverhetzung wertbar? Bosche moj, bosche moj, wie Anna Seminovich sagen würde http://www.youtube.com/watch?v=sdVLe6AOxLk Das heißt übrigens «Mein Gott» und ist als erstaunter Ausruf zu werten. Ein sehr treffender Titel für das Liedchen, das Anna da singt, nicht wahr? Bei dieser Wahl gibt es nun eine Neuerung, die ... Weiterlesen
Ein junges Volk steht auf zum Sturm bereit… 4
Die Stadt summt wie ein Bienenkorb. Aus allen Richtungen eilen Menschentrauben ins Zentrum — zu Fuß und in allen nur denkbaren Gefährten. Meine Gruppe fährt auf der Ladefläche eines Lkw mit. Die meisten von uns stehen auf der offenen Ladefläche, halten sich an den Metallverstrebungen fest, über die sonst die Persenning gestrafft wird. Die Atmosphäre ist aufgeheizt. Überall sieht man Transparente und Fahnen. Wir führen das Schwarz der Revolution mit uns. Es sind zumeist junge Männer und Frauen, die sich gegenseitig zurufen, manche singen. Im Vorbeifahren höre ich nur Wortfetzen, kann sie nicht identifizieren. Auch auf meinem Wagen singen sie ... Weiterlesen
Weltmeister 1
Vorwort: Aus gegebenem Anlaß möchte ich explizit und prophylaktisch, also ausdrücklich und vorbeugend, darauf hinweisen, daß es sich bei diesem Text um eine Satire handelt. Dies bedeutet konkret und im einzelnen: 1. Ich halte den Kampf der faschistischen Deutschen Wehrmacht in Stalingrad weder für ehrenvoll, noch für im positiven Sinne todesmutig. Ich will ausdrücklich daran erinnern, daß Nazi-Deutschland die friedliche Sowjetunion 1941 mit einem Vernichtungskrieg überzog. Schlußendlich danke ich der Roten Armee, den US-Streitkräften, den Truppen des British Empire (Imperium) und den freien französischen Soldaten und ihren Kolonialtruppen für unsere Befreiung vom Nationalsozialismus. Der SPIEGEL spricht mir ... Weiterlesen
«Panzer vor», marsch, marsch! 3
Jede Armeeführung unserer heutigen Welt gibt zu, daß eine mit modernster Waffentechnik ausgerüstete Besatzungstruppe in einem ihr feindlich gegenüberstehenden Land nur sehr schlechte, langfristig gar keine Chance hat, sofern ihr eine zu allem entschlossene, im besetzten Land beheimatete Widerstandsgruppe entgegenstellt, die ihre Strategie konsequent — zwangsläufig, da ohne Alternative — nach dem Prinzip der asymmetrischen Kriegsführung ausrichtet. Man kann es auch mit Mao Tse-tung formulieren: «Der Revolutionär muss sich in den Volksmassen bewegen, wie ein Fisch im Wasser.» Ist es en vogue, Mao Tse-tung zu zitieren, einen der größten Menschenschlächter, den dieser Erdball je gesehen hat? Ja, natürlich. Denn faktisch ... Weiterlesen
«Ihr Opfer darf nicht vergebens gewesen sein.» 7
Nun sind sie begraben, die drei Bundeswehrsoldaten, die im Kampf gegen die Taliban in Afghanistan «für Deutschland fielen. Ihr Opfer darf nicht vergebens gewesen sein.». So sprach Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel im Verlauf ihrer Trauerrede am Grab der Kameraden. Und mir gehen diese Sätze nicht aus dem Kopf. Betrachten wir doch einmal, wie die Medienlandschaft, die «4. Gewalt in der BRD», das Vorgehen der Frau Bundeskanzlerin kommentiert. Hierbei ist mir aufgefallen, daß sehr häufig darauf hingewiesen wird, daß Frau M. ihren Urlaub unterbrochen hat, um ihre Trauerrede zu halten. Das scheint belegen zu sollen, wie wichtig ihr der Vorgang ist. Nun ... Weiterlesen
Alles Lüge. Wie Angela M. & Co. die Wahrheit verbiegen 3
Die Bundeskanzlerin der BRD, Frau Angela Merkel, nennt den Angriff der Taliban auf eine Patrouille der Bundeswehr in Afghanistan verabscheuungswürdig. Sie spricht von einer heimtückischen Tat, sagt, der feige Angriff sei wegen des Termins am Karfreitag eine bewußte Verhöhnung unserer westlichen Kultur. Sie erwähnt, daß die Taliban die Zivilbevölkerung als Schutzschild genutzt habe, so sei der Einsatz schwerer Waffen nicht möglich gewesen. Ich glaube, die Dame übersieht nicht nur einige Fakten, sondern sie glaubt offenbar der Propaganda, die auch in ihrem Namen verbreitet wird. Ob es uns nun gefällt oder nicht: Afghanistan ist nicht unser Land, es ist das Land der Afghanen, ... Weiterlesen
Monsterus Deliciosus 1
Nomen est Omen. Die Verballhornung aus dem Titel stammt übrigens von Angela G., meiner ersten großen Liebe. Wir waren beide im zarten Alter von 16 Jahren und standen kurz vor dem Abschluß des Kleinen Latinum. Wir kamen einander immer näher. Naja, eigentlich klebten wir ausschließlich auf- und ineinander, wenn wir zusammen waren. Man schrieb das Jahr 1971, ein Jahr, das in die Epoche der «Make Love, Not War» fiel. Unsere Generation brach mit Tabus ohne Ende und ohne Rücksicht auf sinnvoll oder unsinnig. Wir stellten alles in Frage, außer uns selbst. Heute verläuft der Zeitgeist genau umgekehrt: Ein jeder stellt ... Weiterlesen
Curry aus Meeresfrüchten auf Maccheroni 2
Heute am Karfreitag, gibt es natürlich traditionsgemäß Fisch bzw. Meeresfrüchte. Preußen waren schon immer international ausgerichtet, also habe ich mich für ein Curry entschieden. Der Reiz liegt in der Mischung aus scharf und sanft sowie dem Überraschungseffekt für unsere Gaumen: einer süßen Komponente. Heute war mir nicht nach Reis, der Grundlage eines Currys. Also habe ich Nudeln gewählt, genauer: Maccheroni. Das sind im Prinzip kurze Makkaroni. Denk ich mal... man hat mit diesen Teilen halt nicht das Problem, nach dem Essen das Hemd wechseln zu müssen. Für einen Alleinlebenden wie mich ein sehr wichtiges Argument, denn ich besitze keine Waschmaschine, gebe ... Weiterlesen
LKH Grafenberg, Abteilung M3 0
Da diese meine Erzählung sehr häufig über Suchbegriffe von Menschen gefunden wird, die nach Begriffen wie Entgiftung, LKH Grafenberg, Drogensucht etc. suchen, möchte ich ein kurzes Vorwort hinzufügen: Ich möchte Ihnen allen sagen: Eine Entgiftung, die ja nur die Voraussetzung ist für eine nachfolgende Therapie, lohnt sich. Sie ist schlimm, aber man steht es durch. Und eine erfolgreiche Therapie führt zurück ins Leben. Und das lohnt sich in jedem Fall, ich weiß das, denn ich habe eines gelebt. Meine Erzählung ist natürlich fiktiv. Nicht wirklich passiert. Woher sollte jemand wie ich auch wissen, wie es damals (die Erzählung spielt in den ... Weiterlesen
Der Rheinländer 0
Nein, nicht immer, aber manchmal entwickelt sich eine Erzählung oder Kurzgeschichte ganz anders, als es im Titel angekündigt ist und zuvor auch geplant war. Das liegt in zwei Umständen begründet: Geht es mir einmal nicht um ein konkretes Thema, zu dem ich ein Bild in Worten malen will, dann schreibe ich, was ich spreche. Denke. Nein, das ist nicht exakt formuliert. Dampfplauderei. Ja, das ist es. Wir hier im Rheinland empfinden Stille im Beieinandersein als Zeitvergeudung. Man könnte sich ja auch unterhalten. Also dampfplaudern wir. Der Rheinländer unterscheidet sich von den anderen deutschen Stämmen durch ein Überdruckventil, das der liebe ... Weiterlesen



