Lachen mit dem Krebs... pffft... 🙂
Der liebe Gott vergißt seinen Preußen nicht 8
Ganzkörperskelettszintigraphie: Kein sicherer Anhalt für ossäre Metastasen. Mehranreicherungen wahrscheinlich aufgrund posttraumatischer Genese. Ansonsten alters- und konstitutionsbedingter Verschleiß an den kleinen Wirbelgelenken. Radiologischer Befund Thorax/Abdomen: Kein Nachweis tumorsuspekter Rundherde Keine Plauraergüsse Keine pathologisch vergrößerten axillären oder mediastinalen Lymphknoten Regelrechte Kontrastierung der großen arteriellen und venösen Gefäße Segmente I—III der Leber tumorfrei. Keine Metastasen. Operation wird zur Terminabsprache freigegeben. Wie fühle ich mich? Wie damals im Juni 1972, kurz vor meinem 17. Geburtstag. Meine damalige erste feste Freundin war über Nacht auf Besuch. Was meine Eltern erst am nächsten Morgen erfuhren. Weil ich eine Dachmansarde mit eigenem Eingang mein eigen nannte. Wir spielten «Hurrah, schon wieder Erster». Die ganze Nacht hindurch. Die ersten ... Weiterlesen
Sommersonnenwende 0
Gestern, am 21. Juni 2010, war der längste Tag des Jahres. Der Tag, an dem die Sonne sich am weitesten vom Äquator in Richtung Nordhalbkugel unseres Planeten bewegt hat. Ab heute werden nun die Tage wieder kürzer, bis zur Windersonnenwende am 21. Dezember 2010. Genau so, wie mir als bekennendem Sommermenschen, eben dieser 21. Dezember einen winzigen Hoffnungsschimmer gibt «Die Tage werden ab jetzt wieder länger», läßt mich der 21. Juni kurz aufschrecken «Oh Mann, und schon werden sie wieder kürzer». Aber wirklich nur kurz, denn dem 21. Juni folgt ja zunächst der Sommer, meine Depri-Zeit ist fest terminiert auf ... Weiterlesen
Morgen ist ein vorentscheidender Tag 4
Sowohl den gestrigen, als auch den heutigen Tag habe ich mit diversen Untersuchungen in der Uniklinik verbracht. Durch die langen An- und Rückfahrten bin ich praktisch von 9 Uhr am Morgen bis zum Nachmittag unterwegs und muß mich zweimal der Länge nach durch Düsseldorfs Staus quälen. Nicht zu ändern. Mittlerweile stört es mich kaum noch. Gestern haben sie ein CT von meinem Thorax und Bauch gemacht, nachdem ich zuvor ein Kontrastmittel gespritzt bekam. Heute wurde dann ein Szintigramm meines Skeletts erstellt. Dazu bekam ich ein radioaktives Zeugs gespritzt, mußte zwei Stunden warten und kam dann in eine Art mannsgroßen Scanner. Die ... Weiterlesen
Vier Stunden Liebe, vier Stunden Krieg 1
Diesen Gastbeitrag hat Lara mir überlassen, der ich dafür herzlich danke. —.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—.—. Meine Tante stand fensterputzend im Hausflur und hatte eine neue Frisur mit lauter bunten Spangen und sah mal wieder so unglaublich jung aus, als wäre sie 25 statt 52 Jahre. Ich musste schlucken, als ich ihre neuen, dunkelbraunen, orthopädischen Schuhe sah, die Betonklötzen glichen und die sie tragen muss, seit sie letztes Jahr beim Rumwirbeln so unglücklich die Treppe runterstürzte, dass sie zweimal operiert werden musste. Ein ganzes Jahr bekam sie das Essen von der Volkssolidarität gebracht. Wortlos streckte ich ihr den rosanen Rosenstrauß entgegen und sie fiel mir um ... Weiterlesen
Na? 'Ne Runde Schaum vor'm Mund gefällig? 0
Dieses Lied galt vor 1866 als Deutsche Nationalhymne, geschrieben von Ernst Moritz Arndt, dem deutschen Freiheitskämpfer gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist´s Preußenland, ist´s Schwabenland? Ist´s, wo am Rhein die Rebe blüht? Ist´s, wo am Belt die Möwe zieht? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss grösser sein! Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Bayerland, ist's Steierland? Ist's, wo des Marsen Rind sich streckt? Ist's, wo der Märker Eisen reckt? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muss grösser sein! Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Pommerland, Westfalenland? Ist's, wo der Sand der Dünen weht? Ist's, wo die Donau brausend geht? O nein! nein! nein! Sein Vaterland ... Weiterlesen
Sushi & Caffee Latte am Rhein 7
Damit das ein für alle Mal klar ist: Ich bin kein Intellektueller, ich bin Arbeiterjunge. Und Du Vollpfosten mach' mich nicht dumm an, nur, weil Du Bücher bei mir siehst. Und frag' nicht die dämlichste aller Malocher-Fragen «Haste die alle gelesen?». Nee, natürlich nicht. Ich guck' mir nur die Bilder an. Sag' noch einer, es gäbe keine dummen Fragen. Soch... Aber jetzt erst einmal: Mahlzeit. Sie denken, Düsseldorf wäre so ein Schickimicki-Ding? Königsallee? Auto-Becker mit den geilen Ferraris? (längst pleite), Currywurst mit Blattgold im Medienhafen oder auf der Oberkasseler Rheinseite, den «Locations der Schönen und Erfolgreichen»? Joh. Gibt es. Ist so. ... Weiterlesen
Ziemlich genial 2
2raumwohnung: ...ich bin der regen... ich bin der regen das ist gar nicht schwer was kann ich tun für dich ich regne ich wein dir nicht hinterher ich bin der regen ich geb dir jedes grün und wünsch mir dich glücklich durch blumenwiesen gehen zu sehen ich bin der schnee ich laß es auch mal frieren und in der nacht hinter allem laß ich dich die liebe spüren ich bin der hagel donner blitz und dann schau ich wie du den gleichen himmel bei all dem wetter an
Patienten/Personal-Kommunikation 2
«Guten Morgen. Ich habe einen Termin zur Untersuchung. Die Unterlagen hier sollte ich mitbringen.» «Morgen. Wo ist die Anmeldung?» «Ich war gestern schon hier zur Blutabnahme. Ich glaube, da wurde auch die Aufnahme erledigt.» «Sie brauchen eine Anmeldung. Sonst können wir Sie nicht untersuchen. Also erledigen Sie das jetzt und kommen Sie dann wieder.» «Ich sage doch: Ich habe gestern schon die Überweisung abgegeben von meinem Hausarzt und auch meine Krankenkassenkarte. Aber ich kann das gern noch einmal machen, wenn Sie es so wollen. Wo, bitte, ist die Anmeldung?» Ein demonstrativ gelangweilter Blick zur Kollegin. Nun spricht man geduldig, langsam und deutlich mit mir, als ... Weiterlesen
Mein Bruder im Geiste, der weinende Nordkoreaner 3
Im WM 2010-Spiel Nordkorea gegen Brasilien gestern Abend geschah gar seltsames. Der Moderator befleißigte sich, wie nicht anders zu erwarten, einiger hämischer Sprüche über das nordkoreanische Regime, sprach von der Kasernierung der Spieler, von den paar eingekauften Fans aus Rot-China und der Erwartungshaltung des Diktators Kim Il Sung an das nordkoreanische Team. Aber was schlugen sich diese kleinen Bastarde tapfer gegen die Brasilianer, die völlig lustlos den Ball hin- und herschoben, statt, wie die Deutsche Mannschaft einige Tage zuvor gegen Australien, einen ähnlich schwachen Gegner, die Gelegenheit zu nutzen und das Publikum mit fußballerischem Können zu verzaubern. Schnell griff das David-Goliath-Syndrom, von ... Weiterlesen






